carsten werners

Für eine belebte, einladende Bremer City statt Zeltstädten und Wagenburgen

In Politik, Stadt, wörtlich! on 21. Juni 2012 at 20:40

Bürgerschaftspräsident Christian Weber (SPD) und Anrainer des Marktplatzes fordern eine Begrenzung der Nutzung des Marktplatzes für öffentliche Veranstaltungen. Der Sprecher für Stadtentwicklung und Kultur, Carsten Werner, regt an, „über eine Gestaltungssatzung für Veranstaltungen und Werbung in der City nachzudenken. Sie könnte auch in der weiteren Innenstadt, etwa am Liebfrauen- und am Ansgarikirchhof, bei der Genehmigung von Events, Werbung und Beschallung helfen.“ So behinderten übermäßig viele und große Werbemaßnahmen neben dem freien Blick und der zwischenmenschlichen Kommunikation auch immer öfter den wachsenden Fuß- und Radverkehr in der Stadt.

Carsten Werner betont die Bedeutung der Innenstadt und besonders des Marktplatzes für das Image Bremens: „Rathaus und Roland sind Teil des international beworbenen UNESCO-Welterbes – wenn sie von Plastikplanen, Lieferwagen und Veranstaltungstechnik umstellt sind, ist das mehr als irritierend. Deshalb ist es nicht zuletzt eine Aufgabe auch des Stadtmarketings, bei der Gestaltung und Nutzung auf deren Ästhetik, Angemessenheit und Offenheit zu achten. Auch von den City-Geschäftsleuten würde ich mir wünschen, dass sie sich für eine Entrümpelung im Sinne einer lebendigen Aufenthaltsqualität in Bremens Mitte mindestens ebenso engagieren wie gegen zusätzliche Einzelhandelsflächen andernorts. An Beratungen über Kriterien dafür sollte auch der Landesbeirat Kunst im öffentlichen Raum beteiligt werden.“ Carsten Werner kritisiert: „Viele Veranstalter kreisen buchstäblich um sich selbst und sind offenkundig gefangen in subjektiven technischen und organisatorischen Zwängen. Wer aber in die Stadt, auf die Straße, auf prominente Plätze drängt, muss auch mit dem Charakter der Stadt und der Plätze umgehen und darf sich da nicht in Zeltstädten und Wagenburgen einigeln: Mehr Kommunikation, weniger frontale Präsentation. Wenn die City spielerisch belebt wird, mit Unterhaltung lockt und zum Verweilen einlädt, wäre das gut so – wenn es aber um billige Verkaufe, geschlossene Gesellschaften oder Selbstdarstellung geht, gibt es dafür bessere Formate als den öffentlichen Raum.“

Der innenpolitische Sprecher Björn Fecker warnt in der Debatte um die Marktplatz- Nutzung davor, übers Ziel hinauszuschießen, und fordert einen verbindlichen Kriterien-Katalog für die Nutzung. Dazu erklärt Björn Fecker: „Der Marktplatz ist kein Friedhof. Die Vielzahl an Veranstaltungen und die Lautstärke zu begrenzen, ist zwar richtig. Aber der Marktplatz muss als zentraler Ort der Stadt belebt bleiben. Für die Nutzung muss es einen klaren und verbindlichen Kriterienkatalog geben. Der kann bei diesem zentralen Platz, der den Menschen dieser Stadt gehört, nur von den zuständigen Gremien verabschiedet werden. Die Kriterien müssen transparent und auf Dauer tragfähig sein. Dazu ist zunächst eine Bewertung der bisherigen Veranstaltungen nötig. Das Stadtamt braucht klare Vorgaben wie z.B. Qualitätsstandards, zulässige Größe der Veranstaltung, Dauer der Proben oder auch Abstand zum Roland. Das Weinfest z.B. wirkt wie eine Wagenburg im Wilden Westen und verstellt den Blick auf das schöne Marktplatz-Ensemble. Das muss sicherlich nicht sein. Aber was ist dann mit der Eröffnung der Matjes-Saison, die auch eine kommerzielle und laute Veranstaltung ist? Was auf dem Marktplatz zulässig ist, darf nicht vom persönlichen Geschmack abhängen. Kulturveranstaltungen wie La Strada oder auch der Bremer Karneval sollten dort weiterhin möglich sein. Solche Attraktionen tragen zum guten Image der Stadt bei. Für uns ist ebenso klar, dass StraßenkünstlerInnen in der Stadt der Stadtmusikanten dazugehören. Die Polizei hat in Bremen wesentlich wichtigere Aufgaben, als Musikanten zu kontrollieren.“

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