carsten werners

Walle für alle!

In Politik, Stadt, wörtlich! on 13. Dezember 2011 at 15:05

Präsident Weber: Als nächster Redner hat das Wort der Abgeordnete Werner.
Abg. Werner (Bündnis 90/Die Grünen)∗): Sehr geehrter Herr Präsident, meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen! Im Osterfeuerberger Quartier in Walle kann man einige der Herausforderungen an die Stadtentwicklung und -sanierung im Bremer Westen ganz konzentriert erleben. Wohnraum trifft auf Gewerbegebiete, die alten Gewerbe wandern ab oder sterben aus, und heutiges Gewerbe passt in die städtischen Strukturen, die dort gewachsen sind, nicht mehr hinein. Dazu zerschneidet – das hat Herr Pohlmann beschrieben – eine vierspurige Hauptstraße das Quartier, das an zwei weiteren Seiten von der Eisenbahn und von der B 6 umschlossen ist. Man könnte also sagen, es gibt reizvollere Räume zum Wohnen, und auch für eine aufsehenerregende Stadtentwicklung gibt es spannendere Gebiete.
Man kann aber im Osterfeuerberger Quartier die Chancen und die Lust an Entwicklung erleben, die den Bremer Westen reich und ent-wicklungsfähig machen. Bürgerinnen und Bürger haben seit Jahren nicht nur gemerkt, was mit ihrem Quartier los ist und was daraus werden könnte, sondern sie haben sich an die Planung gemacht, Ideen entwickelt, auf Gefahren hingewiesen und das immer wieder. In der Zukunftswerkstatt Osterfeuerberg findet Bürgerbeteiligung statt, wie ich sie mir für die Stadtentwicklung vorstelle, nicht nur als Reparaturmaßnahmen und als Feuerwehreinsatz, wo es knirscht oder brennt, sondern als Bürgerplanung, als Werkstatt, als Entwicklungsabteilung für Stadtentwicklung.
(Beifall beim Bündnis 90/Die Grünen und bei der SPD)
Das sind Vorschläge, auf die die Verwaltung oder die Politik nicht oder jedenfalls nicht so gekommen wäre. Das betrifft gerade auch die Umnutzung und Nachnutzung alter Gewerbe- und Industrieflächen und Infrastrukturen. Es entspricht unserem städtebaulichen Leitbild und dem Zentren- und Nahversorgungskonzept Bremens, zum Beispiel die Um- und Nachnutzung des alten brachliegenden Brauereigeländes und eines leerstehenden Postgebäudes im Quartier zu beplanen und auch das Straßenprofil am Osterfeuerberger Ring zu verbessern, und das heißt zurückzubauen.
Zunächst aber einmal, das ist die Voraussetzung für lebendige und lebenswerte Entwicklung, muss es um das Wohnen und Leben vor Ort gehen! Wir wollen, wie das die Zukunftswerkstatt auch nahelegt, die Wohnbebauung im Quartier stärken und natürlich das Wohnen selbst und das Leben im Quartier angenehmer machen. Das bedeutet auch, dass die Gewerbeentwicklung am Osterfeuerberger Ring ge-zielt gesteuert werden muss. Autowaschanlagen sind etwas anderes als eine Gärtnerei – das kann man sich vorstellen -, und auch, wenn sie heute vielleicht zur Stadt gehören, gehören sie nicht an Orte, an denen sie Menschen beim Wohnen, Einkaufen und Arbeiten stören.
(Beifall beim Bündnis 90/Die Grünen)
Wir bitten deshalb den Senat, den Flächennutzungsplan bei der Neuaufstellung und konkret den Bebauungsplan 1821 zu überarbeiten und ihn damit auf den Stand der aktuellen Konzepte zu bringen. Wir freuen uns, dass aus dem Quartier und aus dem Stadtteil so gute Ideen für die Gestaltung und Entwicklung des Quartiers kommen, und wir würden uns das auch für weitere Quartiere so wünschen.
Zur Idee der Zukunftswerkstatt gehört, dass neben Beiräten, die daran teilgenommen haben, Beiräte auch die Erkenntnisse und Ergebnisse des Bürgerengagements und Bürgerinteresses in politische Anträge und Verfahren umsetzen. Es gibt einen Unterausschuss im Beirat, der aus der Zukunftswerkstatt hervor-gegangen ist. Es gehört dazu, dass Verwal-tungsmitarbeiter und Mitglieder des Senats – Frau Rosenkötter als Sozialsenatorin, Herr Dr. Loske für die Stadtentwicklung – mitdiskutiert haben und dass Verwaltung und Bürger eine gemeinsame Sprache ausprobiert und gemeinsame Interessen entwickelt haben. Deshalb ist es für mich wirklich eine Zukunftswerkstatt nicht nur für das Osterfeuerberger Quartier, sondern als Modell für die Bürgerplanung im Bremer Westen in den nächsten Jahren.
Die Koalition möchte beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr eine Entwicklungsagentur für den Bremer Westen gründen, die solche Prozesse für Walle und Gröpelingen organisiert und das Zusammenwachsen der alten Stadt-quartiere mit der neu entstehenden Überseestadt und den alten Hafengebieten fördert. Dazu gehört für mich übrigens auch, die Übergänge zur Innenstadt neu zu gestalten. Damit bin ich zurück im Osterfeuerberger Quartier; von dort könnte nämlich eine Wegverbindung über das brachliegende Gelände des alten Güterbahnhofs in der Innenstadt nach Findorff und in die Bremer City entstehen.
So wirkt Walle für alle mitten in Bremen. Lernen wir also von Walle, und profitieren wir für die ganze Stadt von den dortigen Entwicklungen! – Ich danke Ihnen und bitte um die Zustimmung zu unserem Antrag!
(Beifall beim Bündnis 90/Die Grünen
und bei der SPD)
Präsident Weber: Als nächster Redner hat das Wort der Abgeordnete Strohmann.

Antrag „Wohnen und Leben im Osterfeuerbergquartier verbessern“

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